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Wie viele Pflegekräfte fehlen in Deutschland? Die Zahlen für 2025, 2030 und 2049

Wer eine Stelle in der Pflege besetzen will, spürt den Mangel längst im Alltag. Aber wie groß ist die Lücke tatsächlich - heute, in wenigen Jahren, langfristig? Die kurze Antwort vorweg: Es gibt keine einzelne amtliche Zahl, die “so viele Pflegekräfte fehlen” heißt. Es gibt aber sehr belastbare Daten von Destatis und der Bundesagentur für Arbeit, die zusammen ein klares Bild ergeben. Dieses Bild schauen wir uns hier an - Zahl für Zahl, mit Quelle und Stand.

Die Lage 2025: Was die Bundesagentur für Arbeit misst

Beginnen wir mit dem, was sich heute messen lässt. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht jährlich den Bericht “Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen”. Die zentralen Werte für das Berichtsjahr 2025 (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Blickpunkt Arbeitsmarkt, Stand: 05/2026):

  • Rund 1,8 Millionen Pflegekräfte waren 2025 sozialversicherungspflichtig beschäftigt - ein Plus von gut 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und von 22 Prozent innerhalb von zehn Jahren.
  • Rund 31.000 offene Stellen für Pflegekräfte waren im Jahresdurchschnitt 2025 gemeldet.
  • 96 Prozent dieser Stellen richteten sich an examinierte Pflegefachkräfte oder Pflegeassistenzkräfte - gesucht wird also fast ausschließlich qualifiziertes Personal.

Die 31.000 gemeldeten Stellen sind dabei nur die Spitze. Nach Angaben der Bundesagentur wird nur rund jede zweite offene Arbeitsstelle überhaupt gemeldet. Die tatsächliche Zahl unbesetzter Pflegestellen liegt also deutlich höher - und viele Betriebe haben nach erfolgloser Suche schlicht aufgehört, Stellen zu melden. Der Rückgang der gemeldeten Stellen seit 2023 ist laut Bundesagentur ausdrücklich nicht mit sinkender Nachfrage gleichzusetzen.

Die aussagekräftigste Zahl: 57 Arbeitslose je 100 Stellen

Wie eng der Markt wirklich ist, zeigt die Arbeitslosen-Stellen-Relation. Auf 100 gemeldete Arbeitsstellen für examinierte Pflegefachkräfte kamen 2025 rechnerisch 57 arbeitslose Pflegefachkräfte - in absoluten Zahlen: 19.800 gemeldete Stellen standen 11.200 Arbeitslosen gegenüber (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand: 05/2026).

Selbst wenn also jede einzelne arbeitslose Pflegefachkraft in Deutschland sofort eine der gemeldeten Stellen antreten würde, bliebe fast jede zweite Stelle unbesetzt. Und das rechnet noch nicht ein, dass die Hälfte der offenen Stellen gar nicht erst gemeldet wird.

Die Arbeitslosenquote examinierter Pflegefachkräfte lag 2025 bei 1,1 Prozent - das ist faktische Vollbeschäftigung. Wer als Einrichtung eine Fachkraft gewinnen will, gewinnt sie in aller Regel nicht aus der Arbeitslosigkeit, sondern aus einer bestehenden Anstellung heraus. Das verändert die Spielregeln der Personalgewinnung grundlegend - dazu am Ende mehr.

Zur Einordnung: Die Engpassanalysen, die die Statistik der Bundesagentur für Arbeit seit 2011 regelmäßig erstellt, bestätigen durchgehend einen andauernden, erheblichen Fachkräftemangel in Pflegeberufen - über alle examinierten Pflegekräfte einschließlich der Pflegeassistenz hinweg.

Der Blick nach vorn: 2030 und 2034

Für die Frage “Wie viele Pflegekräfte fehlen 2030?” gibt es keine eigene amtliche Zahl - die Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamts arbeitet mit den Stützjahren 2034, 2049 und 2070. Der nächstgelegene belastbare Wert ist also das Jahr 2034.

Destatis rechnet dafür mit zwei Szenarien (Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 033, 01/2024):

  • Trendvariante: Die Zahl der Pflegekräfte steigt weiter wie im bisherigen Trend - auf 1,74 Millionen im Jahr 2034. Trotzdem fehlen dann bereits rund 90.000 Pflegekräfte.
  • Status-quo-Variante: Die Erwerbsbeteiligung bleibt auf heutigem Niveau, während die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Dann sinkt die Zahl der Pflegekräfte auf 1,48 Millionen - und es fehlen 350.000 Pflegekräfte.

Für 2030 lässt sich daraus seriös nur sagen: Die Lücke liegt auf dem Weg zwischen dem heutigen Zustand und dieser Spanne. Wer irgendwo eine exakte “Zahl für 2030” liest, sollte prüfen, worauf sie sich stützt - die amtliche Statistik liefert sie nicht.

Wichtig ist die Botschaft hinter beiden Szenarien: Selbst im günstigen Fall, in dem der Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre ungebremst weiterläuft, wächst die Lücke. Der Bedarf steigt schlicht schneller als das Personal.

Die Langfrist-Prognose: bis zu 690.000 fehlende Pflegekräfte bis 2049

Für 2049 wird die Spanne noch deutlicher. Der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften steigt laut Destatis von 1,62 Millionen im Jahr 2019 um rund ein Drittel auf 2,15 Millionen im Jahr 2049. Dem stehen gegenüber (Quelle: Destatis, 01/2024):

  • Trendvariante: 1,87 Millionen verfügbare Pflegekräfte - eine Lücke von 280.000.
  • Status-quo-Variante: 1,46 Millionen verfügbare Pflegekräfte - eine Lücke von 690.000. Das entspräche 43 Prozent aller Pflegekräfte, die 2019 tätig waren.

Diese beiden Zahlen - 280.000 bis 690.000 - sind die Werte, die in den Medien meist zitiert werden, wenn es um den Pflegekräftemangel geht. Sie beschreiben kein Risiko, das vielleicht eintritt, sondern die rechnerische Folge einer Bevölkerungsentwicklung, die bereits feststeht: Die Menschen, die 2049 pflegebedürftig sein werden, leben heute schon. Die Pflegekräfte, die sie versorgen müssten, größtenteils auch.

Warum die Lücke wächst: drei Treiber

1. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt steil

Zum Jahresende 2023 waren knapp 5,7 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig im Sinne des SGB XI - rund 730.000 oder 15 Prozent mehr als nur zwei Jahre zuvor (Quelle: Destatis, Pflegestatistik, Stand: 12/2024). Bis 2070 könnte die Zahl auf fast 7 Millionen steigen. Jeder Anstieg auf dieser Seite erhöht den Personalbedarf auf der anderen.

2. Die geburtenstarken Jahrgänge verlassen den Beruf

Der Haupttreiber der Status-quo-Variante ist der Renteneintritt der Babyboomer. In den kommenden Jahren scheiden mehr Pflegekräfte altersbedingt aus, als Nachwuchs und Zuwanderung bisher ersetzen. Dass die Beschäftigung seit 2022 überhaupt noch wächst, liegt laut Bundesagentur ausschließlich an ausländischen Pflegekräften - ihr Anteil ist 2025 auf 20 Prozent gestiegen (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand: 05/2026).

3. Teilzeit verkleinert das tatsächliche Arbeitsvolumen

49 Prozent der Pflegekräfte arbeiten in Teilzeit - in der Gesamtwirtschaft sind es 31 Prozent. Aus 1,8 Millionen beschäftigten Personen werden so nach Einschätzung des Statistischen Bundesamts nur rund 1,3 Millionen Vollzeitäquivalente (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand: 05/2026). Die Kopfzahl überzeichnet also, wie viel Pflegearbeit tatsächlich zur Verfügung steht.

Ein Lichtblick mit Einschränkung: die Ausbildung

Es gibt auch eine positive Entwicklung: Über 59.000 Menschen haben 2024/25 eine Ausbildung als Pflegefachmann oder Pflegefachfrau begonnen - 9 Prozent mehr als im Vorjahr und ein neuer Höchststand (Quelle: Statistisches Bundesamt, zitiert nach Bundesagentur für Arbeit, Stand: 05/2026). Auch die Pflegeassistenz-Ausbildungen legen deutlich zu.

Die Einschränkung: Rund jede dritte Pflegeausbildung wird ohne Abschluss beendet. Und selbst der Rekordjahrgang ändert nichts daran, dass die Trendvariante - also das Szenario, in dem all diese Zuwächse bereits eingerechnet sind - trotzdem eine wachsende Lücke ausweist. Die Ausbildung dämpft das Problem, sie löst es nicht.

Was diese Zahlen für Ihre Einrichtung bedeuten

Bis hierhin waren das Makro-Zahlen. Entscheidend ist, was sie im Kleinen bewirken - für den einzelnen Pflegedienst, das einzelne Heim, die einzelne Stelle.

Erstens: Der Arbeitsmarkt hat die Seiten gewechselt. Bei 1,1 Prozent Arbeitslosigkeit unter Fachkräften bewirbt sich niemand aus Not. Eine examinierte Pflegefachkraft, die wechseln möchte, hat die Wahl zwischen mehreren Arbeitgebern in ihrer Region - und sie vergleicht, bevor sie sich meldet. Übrigens waren Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste 2025 mit 44 Prozent die größten Stellenanbieter, noch vor den Krankenhäusern. Die Konkurrenz um dieselben Fachkräfte sitzt also direkt in der Nachbarschaft.

Zweitens: Warten verschärft das Problem. Jedes Jahr, das eine Einrichtung mit derselben Personalstrategie weitermacht, verschiebt sich das Zahlenverhältnis weiter zu ihren Ungunsten. Die Vorausberechnungen zeigen: Der Wettbewerb um Pflegekräfte wird bis mindestens Mitte des Jahrhunderts härter, nicht leichter.

Drittens: Die Lücke ist ungleich verteilt. Die 280.000 bis 690.000 fehlenden Pflegekräfte fehlen nicht überall gleichmäßig. Sie fehlen dort am meisten, wo Einrichtungen als Arbeitgeber unsichtbar oder austauschbar wirken. Umgekehrt heißt das: Eine einzelne Einrichtung kann sich dem Durchschnitt entziehen - nicht indem sie den Mangel wegzaubert, sondern indem sie bei den Fachkräften, die ohnehin wechseln, die erste Wahl ist.

Wie das konkret gelingt - von der Arbeitgeber-Darstellung bis zur gezielten Ansprache wechselbereiter Fachkräfte - haben wir auf unserer Seite zum Personalmangel in der Pflege ausführlich aufgeschrieben. Einen Überblick über unsere Arbeit mit Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen finden Sie dort ebenfalls.

Die Zahlen im Überblick

  • 2025: rund 31.000 gemeldete offene Stellen, nur jede zweite Stelle wird gemeldet; 57 arbeitslose Fachkräfte je 100 gemeldete Fachkraft-Stellen; Arbeitslosenquote der Pflegefachkräfte 1,1 Prozent (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand: 05/2026)
  • 2034: Lücke von 90.000 bis 350.000 Pflegekräften, je nach Szenario (Quelle: Destatis, 01/2024)
  • 2049: Lücke von 280.000 bis 690.000 Pflegekräften bei einem Bedarf von 2,15 Millionen (Quelle: Destatis, 01/2024)
  • Treiber: 5,7 Millionen Pflegebedürftige Ende 2023, plus 15 Prozent in zwei Jahren (Quelle: Destatis, 12/2024); Renteneintritt der Babyboomer; Teilzeitquote von 49 Prozent

Der Pflegekräftemangel ist keine Prognose mehr, er ist Messwert. Die offene Frage ist nicht, ob Fachkräfte knapp werden, sondern welche Einrichtungen die knappen Fachkräfte für sich gewinnen. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Einrichtung dabei heute steht, nehmen Sie sich 20 Minuten für ein unverbindliches Erstgespräch.

Häufige Fragen

5 Fragen
Wie viele Pflegekräfte fehlen in Deutschland aktuell?

Eine amtliche Echtzeit-Zahl gibt es nicht. Die Bundesagentur für Arbeit meldete für 2025 im Jahresdurchschnitt rund 31.000 offene Stellen für Pflegekräfte - wobei nur etwa jede zweite offene Stelle überhaupt gemeldet wird. Auf 100 gemeldete Stellen für examinierte Pflegefachkräfte kamen 2025 rechnerisch nur 57 Arbeitslose. Die Engpassanalysen bestätigen seit 2011 durchgehend einen erheblichen Fachkräftemangel in allen examinierten Pflegeberufen.

Wie viele Pflegekräfte fehlen bis 2030?

Für das Jahr 2030 gibt es keine eigene amtliche Zahl. Der nächste Stützpunkt der Destatis-Pflegekräftevorausberechnung ist das Jahr 2034: Dann fehlen je nach Szenario zwischen 90.000 Pflegekräften (Trendvariante) und 350.000 Pflegekräften (Status-quo-Variante). Der Wert für 2030 liegt zwischen heute und dieser Spanne.

Wie viele Pflegekräfte fehlen bis 2049?

Das Statistische Bundesamt rechnet bis 2049 mit einer Lücke zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräften, je nach Szenario. Der Bedarf steigt bis dahin auf rund 2,15 Millionen erwerbstätige Pflegekräfte - etwa ein Drittel mehr als 2019 (Quelle: Destatis-Pflegekräftevorausberechnung, 2024).

Warum wird die Lücke in der Pflege größer, obwohl mehr Menschen in der Pflege arbeiten?

Weil der Bedarf schneller wächst als das Personal. Ende 2023 waren knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig, 15 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Gleichzeitig gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente, und 49 Prozent der Pflegekräfte arbeiten in Teilzeit - aus 1,8 Millionen Beschäftigten werden so nur rund 1,3 Millionen Vollzeitäquivalente.

Was bedeuten diese Zahlen für einen einzelnen Pflegedienst oder ein Pflegeheim?

Dass qualifizierte Pflegefachkräfte praktisch nicht arbeitslos sind - ihre Arbeitslosenquote lag 2025 bei 1,1 Prozent. Wer wechselt, wechselt aus einer bestehenden Stelle heraus und vergleicht Arbeitgeber, bevor er sich bewirbt. Die Einrichtung gewinnt, die als Arbeitgeber sichtbar und überzeugend auftritt - nicht die, die am längsten wartet.

283+ Betriebe vertrauen der Blacklyne-Gruppe - darunter Rehazentrum Offenburg, Carsten Hahn Physiotherapie, Werner & Hübner.

„Blacklyne Recruiting hat unsere komplette Online-Darstellung als Arbeitgeber neu gebaut - und plötzlich kamen die richtigen Leute.“Falko Werner, Inhaber · Werner & Hübner

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